Mit und zur Musik laufen

Mit oder ohne – zu welcher Gruppe gehörst du?

Wenn man sich die Läufer im Stadtpark betrachtet, erkennt man recht schnell, dass es wohl zwei Sorten von Läufern gibt: Welche mit Knopf im Ohr und welche ohne. Musik hat erwiesenermaßen einen großen Einfluss auf unseren Körper, sowohl physisch als auch psychisch. Welche Vor- und Nachteile das Musikhören beim Laufen hat, erläutern wir in diesem Artikel.

 

Gibt es die perfekte Laufmusik?

Vorneweg: Es gibt beim Laufen nicht die richtige Musik. Musik wird individuell wahrgenommen und so sollte auch jeder Läufer seine eigene Laufunterhaltung zusammenstellen. Es gibt aber ein paar Eigenheiten beim Laufen mit Musik zu beachten.
Während des Laufens passen wir häufig unbewusst unsere Schrittfrequenz einem Rhythmus an. Ob es nun derjenige ist, welcher über Kopfhörer den Takt vorgibt oder einer, der nur von einer Melodie in unserem Kopf herrührt, ist egal. Unser Körper stellt sich darauf ein. Daher wirst du beim Hören von schneller Musik gewiss schneller Laufen, als wenn diese einem langsamerem Takt folgt. Idealerweise sollten die Rhythmen deiner Schritte und die der Musik übereinstimmen.
In diesem Fall kannst du dich an die sogenannten BPM (beats per minute) halten. Jedes Musikstück hat einen eigenen BPM-Wert. Den kannst du bei den meisten Songs über eine Internetsuche bestimmen.

Die eigene Schrittfrequenz pro Minute kannst du recht einfach mit Hilfe eines Schrittzählers oder einer Laufuhr ermitteln. Bei durchschnittlichen Läufen kannst du Musik mit einem BPM zwischen 130 und 145 wählen. Für schnellere Läufe können es 160 bis 170 BPM sein.

Diese Werte bedeuten aber noch nicht das Aus für Musik mit langsamerem Rhythmus wie zum Beispiel Trap (60-80 BPM) oder Trip-Hop (80-90 BPM). In so einem Fall kannst du die BPM mal zwei nehmen und so auch zu langsameren Beats schnell laufen.

Musik mit vielen Tempowechseln solltest du am besten nicht zum Laufen hören, es sei denn du machst Intervalltraining!

Durch Stimmung zum richtigen Flow

Laufen soll vor allem Spaß machen. Suche dir deshalb Musik aus, welche dir ein positives Gefühl gibt. Das soll nicht heißen, dass du nur fröhliche Musik zum Laufen hören solltest. Dein persönliches Gefühl ist entscheidend, um dich vom Flow der Musik mitreißen zu lassen. Wenn du nicht weißt, ob die Musik, die du normalerweise hörst, zu deinem Laufstil und -tempo passt, findest du auf Spotify spezielle Playlists, die besonders für Läufer erstellt sind und ein bestimmtes BPM-Spektrum abdecken.

PRO mit Musik Laufen: Reine Kopfsache

Musik gegen die Erschöpfung

Laufen ist vom Bewegungsablauf – Intervalltraining, Trailrunning und Crossläufe ausgenommen – eher eintönig. Daher kann Musik große Auswirkungen auf unsere Motivation haben und zum Weiterlaufen pushen. Mit deiner individuellen Playlist kannst du dich nicht nur gedanklich von der Ermüdung ablenken, sondern deinen Körper den Flow der Musik aufnehmen lassen. Die Muskeln brennen – egal! Wenn du dich auf den Rhythmus der Musik konzentrierst, kannst du deiner Müdigkeit davonlaufen.

Musik vorher

Musik kann auch vor dem Laufen stimulierend wirken. Mit der richtigen Musik kannst du dich schon vorher in die richtige Stimmung versetzen.

Musik nachher

Musik kann jedoch nicht nur vor und während das Laufens pushen. Auch danach kann sie ihre Wirkung entfalten. Erwiesenermaßen steigt die Regenerationsfähigkeit des Körpers deutlich an, wenn man nach dem Laufen entspannende Musik hört. Der Ruhepuls wird dabei schneller wieder erreicht.

CONTRA mit Musik Laufen: Sinne ausgeschaltet

Im Straßenverkehr

So beflügelnd die Musik auf deinen Lauf auch wirken kann, sich ablenken zu lassen ist nicht überall von Vorteil. Im Straßenverkehr kann es sogar gefährlich sein. Es gilt daher: Laufe nur mit Musik, wenn du fernab vom Verkehr unterwegs bist.

Nature feelings

Während des Laufens kannst du, auch aufgrund des oben bereits genannten monotonen Bewegungsablaufes, gut zur Ruhe kommen. Dazu tragen auch die Geräusche in deiner Nähe bei: Blätterrauschen im Wind, zwitschernde Vögel, raschelndes Gras. Wer immer mit Musik läuft, dem kann auch viel Schönes entgehen.

Wettkämpfe

Nicht jeder Wettkampf darf mit Musik gelaufen werden. Daher solltest du auch schon im Training genügend Einheiten ohne Knopf im Ohr absolvieren, sodass du auch damit vertraut bist.

Probiere doch Beides mal aus!