Test: BROOKS Glycerin 20

Stickstoffgespeister Komfort-Messias

Der BROOKS Glycerin 20 reiht sich in die beachtliche Erbfolge des Luxuskomfortschuhs von BROOKS ein. Der Glycerin steht seit Jahren für kompromisslosen Komfort und starke Dämpfung. Ich durfte auch schon das luxuriös-komfortable Laufgefühl des BROOKS Glycerin 19 kennen und lieben lernen. Für den neuen Glycerin 20 hat BROOKS nun aber so einige Änderungen durchgeführt, die den Neutralschuh laut dem amerikanischen Hersteller so komfortabel wie nie machen. In meinem Test will ich die Updates erklären und natürlich überprüfen, wie sie den neuen BROOKS Glycerin 20 verändern.

 

Am Fuß nicht spürbar?

Das ist die Zielvorgabe von BROOKS an sich selbst. Der BROOKS Glycerin 20 soll am Fuß nicht zu spüren sein und Laufen in Schweben verwandeln. Um dies zu erreichen hat BROOKS alle Komponenten des Vorgängers unter die Lupe genommen und an nahezu jeder Schraube für das Feintuning gedreht. Herausgekommen sind eine neue Dämpfung, eine überarbeitete Sohlengeometrie und ein Update für das Obermaterial.

Das Markanteste dabei ist die neue Zwischensohlendämpfung. Mit DNA LOFT v3 kommt eine völlig neue BROOKS-Technologie zum Einsatz. Das Update des DNA LOFT enthält eingespritzten Stickstoff, der vor allem eine nie da gewesene Weichheit und eine verbesserte Energierückführung in die Zwischensohle des BROOKS Glycerin 20 bringen soll.

Auch neu ist der Sohlenaufbau des BROOKS Glycerin 20. Hier setzt BROOKS auf einen breiteren Aufbau und eine auf verbesserte Abrollqualität ausgerichtete Symmetrie. So entsteht ein sicherer Stand im BROOKS Glycerin 20, der gepaart mit der angenehmen Dämpfung ein flüssiges und stetiges Abrollen unterstützen soll.

Das Obermaterial soll durch zusätzliche Weichheit und Atmungsaktivität für das ideale Fußgefühl sorgen. Dabei bleibt es bei einer eng anliegenden Passform, die allerdings durch ihren Plüscheffekt kein bisschen drücken soll.

Alles in allem klingt das so, als hätte BROOKS einen Dauerläufer für etliche angenehme Kilometer konzipiert. Ob dieses Konzept aber aufgeht, muss mir der BROOKS Glycerin 20 erst noch zeigen.

Ein freudiges Wiedersehen

Als ich in meinen Testschuh hineinschlüpfe, entsteht in mir eine riesige Vorfreude auf das Laufen. Wie schon sein Vorgänger gibt mir der BROOKS Glycerin 20 von Beginn an das 360 Grad-Wohlfühlpaket. Der BROOKS Glycerin 20 liegt wie eine Socke am Fuß – eine plüschig wolkige Socke, die mich vor Komfort entzücken lässt. Im Vergleich zum 19er habe ich in der zwanzigsten Variante auch seitlich am Fuß ein wenig mehr Platz, was meinen eher breiten Füßen sehr entgegenkommt. Auch optisch gefällt mir der BROOKS Glycerin 20. Sein unaufgeregtes Design spiegelt meiner Meinung nach die Ausrichtung des Neutralschuhs hervorragend wider. Trotzdem bietet er eine sportliche Silhouette mit farblichen Highlights – für mich eine ideale Kombination. Mit meinen ganzen positiven ersten Eindrücken im Kopf nehme ich mir ein entspanntes Läufchen vor, um dem BROOKS Glycerin 20 die Möglichkeit zu geben, in seinem Element zu glänzen.

Schweben und Gleiten im BROOKS Glycerin 20

Denn das sind ganz sicher die ruhigen, ausdauernden Läufe, die sich durch eine konstante und entspannte Pace auszeichnen. Ich starte also im lockeren Trab und werde nicht enttäuscht. Von vorneherein dämpft der BROOKS Glycerin 20 stark, aber nicht schwammig und bietet so hervorragenden Laufkomfort. Gerade im lockeren Tempo funktioniert auch die neue Geometrie besonders gut und ich rolle fast schon automatisch kontinuierlich nach vorne.

Mit dem BROOKS Glycerin 20 lässt es sich hervorragend laufen, um den Kopf freizubekommen. Ich kann die Umgebung um mich herum beobachten und auf mich wirken lassen, während meine Beine und Füße relativ autark vor sich hin traben. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der BROOKS Glycerin 20 tatsächlich noch weicher geworden. Dadurch ist das Laufgefühl ein bisschen weniger direkt, aber dennoch herrlich rund. Auch das Update des Obermaterials hat sich bezahlt gemacht: Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase habe ich ein bisschen das Gefühl, den BROOKS Glycerin 20 gar nicht mehr an meinem Fuß zu spüren.

Ich versuche dann nach einigen Kilometern des Schwärmens noch einmal, das Tempo anzuziehen. Hier muss ich sagen, wäre mir ein Lightweight Trainer dann doch lieber. Das DNA LOFT v3 Material ist durchaus anpassungsfähig und bietet mir bei höherer Dynamik ein direkteres Laufgefühl. Dennoch muss ich viel investieren, um eine Pace unter viereinhalb Minuten für längere Zeit durchzuhalten. An dieser Stelle muss man dem BROOKS Glycerin 20 aber natürlich auch zugutehalten, dass er für solche Läufe einfach nicht gemacht ist. Nach zwei schnelleren Kilometern verfalle ich also wieder in meinen ruhigen Trab und lasse meinen Testlauf gemütlich ausklingen.

Fazit: BROOKS Glycerin 20

Für mich ist der BROOKS Glycerin 20 der wahrscheinlich beste Glycerin aller Zeiten. Der Neutralschuh trumpft mit seinem seit Generationen hervorragenden Komfort auf, paart diesen aber mit einem neuen angenehmen Abrollverhalten. Läuferinnen und Läufer, die nach der Spitze des Komforts suchen, sind hier an der richtigen Adresse. Der BROOKS Glycerin 20 eignet sich auch hervorragend als Zweitschuh für lockere Regenrationsläufe oder die Langstrecke.


Tester: Milan, RUN1ST

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