Schnürtechniken für die Laufschuhe – genügend Halt ohne Druckstellen

Falsch geschnürt ist halb gepiekst – was kann ich tun, um die Passform zu optimieren?

Wahrscheinlich kennt jeder das Gefühl, dass beim Laufschuhkauf keiner so richtig passen möchte. Der Schuh fühlt sich gut an – du spürst keine Druckstellen, merkst aber schon beim Hineinschlüpfen, dass er eigentlich etwas zu weit sitzt. Die nächstkleinere Größe passt besser, Länge und Weite stimmen perfekt. Nach ein paar Minuten merkst du jedoch ein paar Druckstellen, die beim Laufen erst recht stören würden. Bei der Problemsuche wirst du schnell fündig – die Schnürung ist der Übeltäter.

Bei der ersten Betrachtung eines Laufschuhes denken wir meistens an Einheitsware ohne jegliche Möglichkeit, den Schuh individuell auf den eigenen Fuß einzustellen oder zu optimieren. Wir raten dazu, sich die Schnürung des Schuhes noch einmal etwas genauer anzusehen. Die richtige Technik im Umgang mit den Schnürsenkeln bietet das Potential, jedem Läufer einen optimal anliegenden Laufschuh unter den Fuß zu binden.

 

Bei kleineren Problemen hilft eine angepasste Schnürung

Lang, dünn und flexibel – nicht die Eigenschaften, von denen wir uns Stabilität erhoffen. Und doch ist genau das bei der richtigen Anwendung des Schnürsenkels der Fall. Mit verschiedenen Methoden des Zubindens lassen sich auch die unterschiedlichsten Probleme in Sachen Größenanpassung, Laufstil, Druckstellen oder besserem Halt lösen. Die Bilder helfen Dir, die Schnürtechniken richtig umzusetzen.

1. Mehr Halt für die Ferse

Der Laufschuh passt perfekt, jedoch leider nur im Vorfußbereich. Hinten bei der Ferse ist zu viel Platz und der Fuß rutscht heraus. Das ist ein Problem, bei welchem uns die richtige Schnürung weiterhelfen kann. Die Schnürsenkel werden erst einmal normal über Kreuz gebunden, bis zur vorletzten Öse. Von diesem vorletzten ins letzte Loch wird nun der Senkel nicht überkreuzt, sondern auf der gleichen Seite eingefädelt. Dadurch entsteht eine neue Öse durch welche nun wieder überkreuzend die Schnürsenkelenden von der jeweils anderen Seite hindurchgeführt werden. Zieht man nun die Enden fest, um eine Schleife zu binden, wird dabei der hintere Teil des Laufschuhes fixiert und die Ferse sitzt fester.

2. Mehr Platz in der Zehenbox

Wund gelaufene oder blau angelaufene Zehen, Blasen unter dem Fußballen – mit der richtigen Schnürtechnik sollte auch dieses Problem verschwinden. Der Schnürsenkel wird hierbei einmal vom inneren, oben liegenden Loch diagonal zum außen liegenden, untersten Loch geführt. Danach wird der Schnürsenkel quer auf die innere Seite geführt und dann normal durch jede Öse links und rechts überkreuzend nach oben gefädelt.

3. Freiheit für den hohen Spann

Der Plattfuß ist hier fein raus. Wer jedoch einen hohen Spann hat, muss häufig damit fertig werden, dass sowohl die Zunge als auch die Schnürung viel Druck auf den Spann ausüben. Eine Schnürung kann nicht nur Halt geben, sondern auch in umgekehrter Richtung entlastend gebunden werden. Da ein Laufschuh über genügend Ösen zu beiden Seiten verfügt, kann auch eine Sektion des Fußes isoliert entlastet werden, ohne dabei in den restlichen Bereichen den Halt zu verlieren. Dazu wird der Schnürsenkel in den unteren beiden Ösen normal eingefädelt. Anschließend wird er auf beiden Seiten eine bzw. zwei Ösen nach oben geführt. Als nächsten werden die Schnürsenkel parallel zueinander auf die andere Seite geführt, ohne sich zu überkreuzen. Der Vorgang wird auf der anderen Seite wiederholt.

Alternative Schnürung: Durch die unteren Ösen wird normal überkreuzend geschnürt. Danach wird die Mitte ausgelassen und die Schnürsenkel parallel an den beiden Seiten hoch geführt. Der obere Teil der Schnürung wird wieder normal gebunden. Damit wird genau der Bereich des Fußes entlastet, auf welchem der Druck zu stark ist.

4. Breiter Vorfuß, schmale Ferse

Nicht selten haben Läufer einen breiten Vorfuß, dabei aber eine schmale Ferse. Die Lösung dieses Problems wirkt ungewöhnlich, ist jedoch sehr praktisch. Dabei wird mit zwei Schnürsenkeln pro Schuh gearbeitet. Einer wird im unteren Bereich gebunden, der andere im oberen. Dadurch kann die Weite im Vorfuß wie auch im Fersenbereich individuell angepasst werden. Verwendet wird dabei die normale Kreuzschnürung.

Wer für sich noch nicht die richtige Schnürtechnik gefunden hat, kann sich auch bei kompetentem Fachpersonal bei seinem Laufschuhhändler oder ausgebildeten Lauftrainern erkundigen. Wir wünschen viel Erfolg beim Ausprobieren!