Sportverletzungen: Behandeln und Vorbeugen

So wirst du schnell wieder fit

Alle Sportler sind davon gleichermaßen betroffen, Profis wie Freizeitläufer: Sportverletzungen. Selbst eine an sich harmlose Bewegung wie ein Umknicken oder ein zu lang gewählter Schritt können sportliche wie auch berufliche oder private Aktivitäten unangenehm beeinträchtigen. Daher ist es hilfreich genau zu wissen, wie du mit welcher Verletzung umgehen solltest, um möglichst schnell wieder sorgen- und schmerzfrei laufen zu können.

 

Einstieg und Wiedereinstieg

Viele Verletzungen passieren zu Anfang, nachdem erstmalig trainiert oder nach langer Pause wieder trainiert wurde. Die Fähigkeit und Belastbarkeit des eigenen Körpers wird nicht richtig eingeschätzt, was zu überstürzten Bewegungen und überbeanspruchter Muskulatur führt. Ein heftiger Muskelkater ist dabei die kleinste Sorge. Im schlechtesten Fall führen langwierige Verletzungen zu einer wochenlangen Trainingspause.

Häufige Sportverletzungen

Muskelfaserriss: Der Muskelfaserriss ist eine schmerzhafte Sportverletzung, bei welcher infolge von Überbelastung Muskelgewebe zerreißt. Dies passiert besonders häufig nach zu hoher Belastung oder einer zu hohen einzelnen Belastungsspitze. Die Folgen sind eine leichte bis starke Rötung des betroffenen Bereiches und starke Bewegungsschmerzen, speziell bei Belastung des entsprechenden Muskelgewebes. Mit einem Muskelfaserriss ist nicht zu spaßen und er sollte erst vollständig auskuriert sein, bevor du wieder losläufst.

Muskelzerrung: Im Gegensatz zum Muskelfaserriss ist eine Zerrung „nur“ eine Überdehnung des Muskelgewebes. Eine Zerrung ist meistens nicht so schmerzhaft wie ein Faserriss und ist auch schneller wieder verheilt. Trotzdem solltest du auch hier lange genug pausieren, damit sich nicht bei nächster Gelegenheit doch ein Muskelfaserriss daraus entwickelt.

Prellung: Eine Prellung ist eine durch Zusammenprall hervorgerufene Quetschung des Körpergewebes. Dadurch platzen in der betroffenen Region Kapillaren und es folgt ein Bluterguss. Dieser kann oft tagelang schmerzhaft sein, besonders bei Druck und übermäßiger Bewegung. Solange keine inneren Organe betroffen sind, geht jedoch keine wirkliche Gefahr davon aus und du kannst schon nach kurzer Pause wieder weitermachen.

Verrenkung (Luxation): Von Verrenkung spricht man, wenn zwei gelenkbildende Knochen den Kontakt zueinander verlieren und damit ausgerenkt oder ausgekugelt sind. Bei traumatischen Verrenkungen, wie sie beim Sport meistens vorkommen, ist die Behandlung oft kurz, da der luxierte Knochen von einem erfahrenen Arzt oder Physiotherapeuten schnell wieder eingerenkt werden kann. Die Verletzung ist meistens äußerst schmerzhaft, jedoch nicht langwierig. Nach kurzer Pause, natürlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten, kannst du schon wieder deine Laufschuhe schnüren.

Verstauchung (Distorsion): Unter einer Verstauchung versteht man die Verletzung von Bändern oder Gelenkkapseln. Dabei handelt es sich hauptsächlich um eine Überdehnung der Bindegewebsfasern, jedoch noch keinen Bänderriss. Beim Sport sind davon meistens das Fuß- und das Kniegelenk betroffen, bei Stürzen ist aber auch schon mal das Handgelenk lädiert. Von außen ist eine Verstauchung nicht immer zu sehen, es kann jedoch zu einem Bluterguss und zu einer Schwellung kommen. Dies ist sehr schmerzhaft und kann je nach Schwere der Verletzung zu wochenlangem Trainingsstopp führen. Hierbei ist eine Trainingswiederaufnahme ebenfalls mit dem Arzt oder Physiotherapeuten abzusprechen.

Die PECH-Regeln bringen das Läuferglück zurück

PECH – Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Dieser Ablauf der Behandlung ist, außer bei einer Verrenkung, bei allen anderen oben aufgeführten Sportverletzungen hilfreich.

Wichtig ist eine schnelle Sofortbehandlung. Damit wird ein Bluterguss in das umliegende Gewebe vorzeitig gestoppt, was eine Schwellung vermeidet. Je früher du das verletzte Gewebe kühlst, desto stärker verkürzt sich die anschließende Behandlungszeit. Das Gewebe soll allerdings nur gekühlt werden und nicht geeist. Verwende daher am besten kaltes Wasser oder ein mit einem Handtuch umwickeltes Coolpack. Anschließend solltest du einen Kompressionsverband anlegen und die lädierten Stellen hochlegen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Verbände mit verschiedenen Gels oder Salben. Pflanzliche Wirkstoffe wie Arnika, Beinwell oder Hamamelis können dabei die Heilung beschleunigen, sind allerdings ausschließlich zur äußeren Anwendung gedacht.

Ein unbedingtes Mittel zur Genesung ist jedoch Zeit. Ohne deiner Verletzung die nötige Zeit zum Auskurieren zu geben, riskierst du nur unnötig weitere oder schwerere Verletzungen und unter Umständen auch chronische Beschwerden. Gib dir selbst genug Zeit, ansonsten ist vielleicht eine noch längere Pause erforderlich.
Jedoch können leichte Bewegungen je nach Art der Verletzung auch zur Genesung beitragen, da sie das Gewebe durchbluten und damit den Heilungsprozess fördern. Wenn du dir nicht sicher bist, wann der geeignete Zeitpunkt zum Wiedereinstieg in dein Training ist, solltest du dies unbedingt mit deinem Arzt besprechen.

Immer wiederkehrende Schmerzen können auch von einer für dich falschen Bewegung oder den falsch gewählten Laufschuhen herrühren. Daher kann es hilfreich sein, deinen Laufstil mit einem Profi zu studieren, um die richtigen Laufschuhe zu finden.

Gute Vorbereitung ist nicht alles, aber sicherer

Das Wichtigste vor dem Laufen ist das Aufwärmen und Dehnen. Ohne diese vorausgehenden Übungen sind deine Gelenke und Muskulatur bei Laufbeginn noch zu „kalt“ und unbeweglich. Daher ist es unerlässlich, sie auf die Belastung vorzubereiten.

Auch ein Besuch bei deinem Arzt oder Physiotherapeuten ist nicht verkehrt, um deinen Fitnessstand abzuklären, wenn du mit dem Laufen beginnst oder nach einer längeren Pause wieder anfängst.

Um wirklich gesund Sport zu treiben ist es jedoch vorbeugend am wichtigsten, dein physisches Limit nicht zu überreizen und natürlich auch Schmerzen nicht beiseitezuschieben. Gute Genesung und viel Erfolg!

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