So geht Lauftreff heute

Die Tide Runners Hamburg ein außergewöhnlicher Lauftreff

Das Einzige, was die  Tide Runners in Hamburg mit normalen Lauftreffs gemeinsam haben, ist, dass auch sie sich regelmäßig treffen und gemeinsam laufen. Der Rest ist eher etwas ungewöhnlich...

     

Pale Ale, Politik oder St. Pauli, um Katerfrühstück, Klamotten und Kokolores

Zu einer Zeit, wo die meisten schon das erste Mal vor dem Fernseher eingeschlafen sind, um neun Uhr abends, trifft sich jeden Mittwoch ein bunter Haufen von rund 60 bis 70 Laufenthusiasten an der „Superbude“ in St. Pauli, um gemeinsam das nächtliche Hamburg zu erlaufen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto sind sie durchschnittlich 15 km unterwegs, immer auf unterschiedlichen Routen, nach 7 oder 8 km sind Ausstiegspunkte eingeplant. Der oder die Langsamste bestimmt das Tempo – ideal also, um miteinander zu schnuddeln. Doch die üblichen Themen wie Laufverletzungen, Laufschuhe oder der letzte Volkslauf sind hier rar, eher geht es um „Pale Ale, Politik oder St. Pauli, um Katerfrühstück, Klamotten und Kokolores“. Und so ähnlich ist es auch nach dem Lauf, da ist Feiern angesagt: sich selbst, Hamburg und das Laufen. Die verbrauchten Kohlenhydrate werden mit einem Nutellabrot aufgefüllt, ein Bier löst den Mineraldrink ab und der Gin Tonic den Eiweißshake. Das klingt nach einer Gruppe von Alkoholikern, ist aber nicht so – das gehört zum Feiern, zur Kommunikation und zur Freude an der Gemeinsamkeit. Die steht in der Gruppe ganz oben, „Crewlove“ nennt sich so etwas, und die Identifikation mit der Gruppe und das starke Wirgefühl lassen sich in jedem Facebook-Eintrag leicht herauslesen. Kein Wunder, denn so macht Laufen Spaß: in einer Gruppe Gleichgesinnter, abseits der 100-mal gelaufenen, immer gleichen Strecke, ohne den tierischen Ernst, das Trainingsziel unbedingt erreichen zu müssen. Was nicht heißt, dass nicht auch schnelle Jungs und Deerns dabei sind, die öfters mal Tempoläufe und Wettkämpfe abspulen. Der Mittwoch aber ist der Gruppe und dem Spaß vorbehalten.

Tide Runners Midnight Half – Laufen und feiern

Und dieser Spaß drückte sich auch im „Tide Runners Midnight Half“ aus, der am 21. Februar 2015 mithilfe des Sportschusters Brooks stattfand. Start 23 Uhr, ein Bier zur Stärkung, und los ging‘s: runter, die Elbe entlang und zurück Richtung City. Vorher am Fischmarkt die erste Verpflegungsstation: wahlweise einen Schnaps oder 20 Kniebeugen. Und damit der Fun nicht zu kurz kommt, um Mitternacht über die Reeperbahn – Laufverrückte treffen Saufverrückte. Das kann man ja aber auch miteinander verbinden! So etwa an der 15-km-Verpflegungsstation: entweder Wodka-Red Bull oder 20 Kniebeugen. Am Ende kommen alle durch, und das Buffet findet reißenden Absatz. Auch wenn es die unvermeidliche Siegerehrung gibt, die meisten fragen nicht nach der Zeit. Es war einfach großartig – wie eigentlich immer bei den Tide Runners.