Laufverletzung – Das Läuferknie

Therapie und Vorbeugung

Zu den häufigsten Laufverletzungen zählt im Laufsport das sogenannte Läuferknie. Diese Blessur äußert sich durch ein stark schmerzendes Stechen und Ziehen an der Außenseite des Knies. Woraus diese Schmerzen entstehen und wie man dagegen Abhilfe schaffen kann, werden wir im folgenden Beitrag erläutern.

 

Entstehung des Läuferknies

Das Läuferknie, medizinisch auch Tractus- oder Iliotibialband-Syndrom (ITBS) genannt, ist unter Läufern, aber auch Radfahrern, ein häufig empfundenes Schmerzsyndrom, welches besonders den „tractus iliotibialis“ betrifft – ein Faszienzug, welcher an der äußeren Seite des Oberschenkels verläuft.

Schmerzen entstehen dabei entweder durch eine Reibung dieser Faszien am Oberschenkelknochen oder durch einen vom Oberschenkelknochen auf die Faszien ausgeübten Druck – die Medizin ist sich hierbei noch nicht sicher. Durch eine dieser Belastungen kann eine Reizung der Knochenhaut und des Schleimbeutels auftreten, wobei starke Schmerzen und hohe Druckempfindlichkeit entstehen.

Häufige Ursachen für ein Läuferknie sind stark ausgeprägte O- oder X-Beine, unterschiedliche Beinlängen oder eine starke Supination. Auch eine verkürzte, unflexible, das heißt nicht gedehnte Muskulatur kann zu ITBS führen. Nicht anatomischer Natur sondern systematisch bedingt kann das Läuferknie, welches vor allem eine Überbelastung darstellt, auch aus zu vielen oder zu schnellen Trainingseinheiten resultieren.

Symptome des Läuferknies

Anfänglich äußert sich das Läuferknie nur bei langen Läufen als stechend empfundener Schmerz im Kniegelenk oder an der Außenseite des Knies. Nach einiger Zeit verstärken sich dann die Symptome und treten auch bei alltäglichen Bewegungen wie dem Treppensteigen oder schon beim Gehen auf. Dabei können die Schmerzen so stark werden, dass eine läuferische Fortbewegung unmöglich und selbst Gehen sehr erschwert wird.

Äußerlich ist ein Läuferknie selten durch Schwellungen oder Rötungen sichtbar, macht sich aber deutlich bemerkbar durch eine hohe Druckempfindlichkeit. Wichtig ist es in diesem Fall, schnell einen Sportarzt aufzusuchen und schmerzhafte Bewegungen möglichst zu umgehen.

Wie therapiere ich ein Läuferknie?

Wie so häufig bei Entzündungen, kann beim Läuferknie bereits die Kühlung durch einen Eisbeutel für Schmerzlinderung sorgen. Dabei ist allerdings zu beachten, den Eisbeutel nicht direkt, sondern mit einem Handtuch umwickelt auf die schmerzende Stelle zu legen, da ansonsten die Gefahr eines Gefrierbrandes auf der Haut entsteht. Auch entzündungshemmende Pflaster und Salben können zur Abschwächung des Schmerzes beitragen. Cortison, die oxidierte Version des Körpereigenen Hormons Cortisol, sollte nur im Extremfall verwendet werden, nachdem andere Heilungsoptionen erfolglos geblieben sind.

Eine Trainingspause ist in jedem Fall unbedingt erforderlich, um sich verstärkenden Beschwerden oder weiteren Verletzungen vorzubeugen. Trainingspause heißt jedoch nicht, dass man untätig sein müsste und gänzlich auf Sport und Bewegung zu verzichten braucht. Trainingseinheiten und Gymnastikübungen in den Bereichen der Po-, Rücken- und Bauchmuskulatur können einen positiven Effekt haben, da diese stabilisierend auf den Bewegungsapparat wirken. Dehnübungen helfen, wenn sie vorsichtig absolviert werden, ebenfalls bei der Genesung. Vorsichtig heißt hier, besonders anfangs nicht zu übertreiben: Jeden zweiten Tag ein kurzes, zehnminütiges Training einzubauen, reicht völlig aus.

Des Weiteren ist es dringend notwendig, die Muskulatur und das Fasziengewebe auch in den umliegenden Sektionen des Körpers zu lockern. Dies betrifft also die Bein-, Po- und Rückenbereiche. Am besten funktioniert das mit einer Faszienrolle. In jedem Fall ist es aber ratsam, mit einem Sportarzt oder Physiotherapeuten eine individuelle Therapie auszuarbeiten. Erst als letzte Option sollte ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden.

Der Heilungszeitraum beträgt im Normalfall zwischen sechs und acht Wochen und sollte nicht durch einen zu frühen Anstieg des Trainingspensums gestört werden. Bei zu früher oder zu starker Belastung des Knies kann es zu einem sogenannten „Verletzungskreislauf“ kommen und die Verletzung wieder akut werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Durch regelmäßige Dehnübungen, besonders direkt vor dem Laufen, kann das Verletzungsrisiko deutlich verkleinert werden. Ebenfalls präventiv wirkt sich eine regelmäßige Stärkung der umliegenden Stabilisationsmuskulatur aus. Bei einer anatomischen Ursache (O- oder X-Beine und Supination) ist auch auf die Wahl des richtigen Laufschuhs zu achten.

Wir möchten euch noch einen Zusatztipp mit auf die Laufstrecke geben: Für alle diejenigen, welche häufig auf Feld- oder Wirtschaftswegen unterwegs sind, ergibt es Sinn, auf der Strecke die Seite zu wechseln oder die Laufstrecke verkehrt herum zu laufen. Diese Wege sind oftmals in der Mitte gewölbt, wodurch sie zu den Seiten hin leicht geneigt sind. Dadurch entsteht auf lange Sicht eine einseitige Belastung, welcher man jedoch entsprechend leicht vorbeugen kann.

Wir senden euch beste Genesungswünsche!