Laufverletzung – Achillessehnenreizung

Tipps und Vorbeugung

Mit weiter Verbreitung und unangenehmen Erinnerungen macht die Achillessehnenreizung in Läuferkreisen von sich reden. In einigen Fällen kann diese Läuferverletzung sogar dazu führen, dass langjährige, begeisterte Läufer diesen Sport für ihre Gesundheit aufgeben müssen. Einmal da, ist die Achillessehnenreizung nur schwer wieder zu kurieren. Es gibt jedoch Mittel und Tipps, wirksam gegen diese hartnäckige Verletzung vorzugehen.

Die Achillessehne

Die Achillessehne ist die Verbindung zwischen der dreiköpfigen Wadenmuskulatur und dem Fuß und muss daher, gerade beim Laufen, enormen Belastungen standhalten – immerhin muss sie unser eigenes Körpergewicht samt Erdbeschleunigung abfedern. Daher verwundert es nicht, dass die Achillessehne die dickste und stärkste Sehne unseres Körpers darstellt. Ohne sie wären wir schlicht nicht dazu fähig, uns gehend, laufend oder springend vom Boden abzudrücken. Die Achillessehne setzt die Spannkraft der Wadenmuskulatur um und gibt sie über das Fußgelenk frei. Dies funktioniert in umgekehrter Reihenfolge beim Fußaufsatz genauso gut. Durch das Zusammenspiel mit der Wadenmuskulatur wirkt die Achillessehne als unser natürliches Dämpfungssystem. Dieses ausgeklügelte System geht sogar noch weiter: Im Bewegungsprozess wird die Aufprallenergie beim Fußaufsatz gespeichert und beim Fußabdruck wieder teilweise zurückgegeben. Wie auch in der Feinmechanik gilt jedoch auch hier: Entsteht an einer Stelle ein Problem, ist das ganze System involviert. Je nach Ausprägung einer Achillessehnenreizung kann sogar das Gehen schmerzhaft werden.

 

Ursachen und Symptome

Die Ursachen einer Achillessehnenreizung können aus vielfältigen Gründen abzuleiten sein. Die häufigsten davon sind eine einfache Überbelastung und eine verspannte oder unflexible Muskulatur. Bei monotoner Beanspruchung der Wadenmuskulatur, beispielsweise beim Radfahren mit Klick-Pedalen, kann sich diese bei fehlenden, ausgleichend wirkenden Dehnübungen verkürzen. Dies wiederum lässt die Achillessehne dauerhaft auf Zug stehen, was eine große Strapazierung darstellt. Jede sportliche Belastung wirkt sofort wie eine Überbelastung und die Achillessehnenreizung ist da.

Eine beginnende Achillessehnenreizung äußert sich durch leichte Schmerzen beim Anlaufen. Eine fortgeschrittene Reizung führt zu anhaltendem Schmerz bei Bewegungen und Ruheschmerz danach. Stärkere Belastungen wie Sprünge oder Dehnübungen können ebenfalls schmerzhaft sein. Der Schmerz tritt als diffuse bis stechende Empfindung im unteren Wadenbereich bis zum Fersenansatz auf. Dieser Bereich kann anschwellen, in seltenen Fällen auch eine Rötung aufweisen und ist meist von ausgeprägtem Druckschmerz betroffen. Nach dem Aufstehen und nach längeren Ruhephasen tritt der Schmerz mit besonders hoher Intensität auf.

Wie mit anderen Laufverletzungen, sollte auch mit der Achillessehnenreizung nicht leichtfertig umgegangen werden. Eine längerfristig unbehandelte Achillessehnenreizung kann zu dauerhaften Schädigungen wie Vernarbungen führen, was wiederum ein erhöhtes Verletzungsrisiko bedeutet. Wenn die Reizung auch nach zweiwöchiger Trainingspause noch nicht verheilt ist, sollte dringlichst ein Arzt aufgesucht werden.

Wie behandelt man eine Achillessehnenreizung?

1. Pause

Das naheliegendste ist selbstverständlich, bei einer Achillessehnenreizung ist eine Pause einzulegen. Je nach Schwere der Verletzung können jedoch noch weitere Schritte erforderlich werden.

2. Dehnen

Dehnübungen helfen generell nach dem Laufen, um die Muskulatur zu lockern oder Verspannungen zu lösen. Dafür stellt man sich mit dem vorderen Fuß auf eine Treppenstufe und lässt die Ferse langsam nach unten sinken. Daraufhin drückt man sich wieder nach oben, bis man auf den Zehenspitzen steht. Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass diese Übung schmerzfrei verlaufen sollte. Daher können auch die Arme zum Abstützen zu Hilfe genommen werden.

3. Kühlen

Zum Abschwellen der Entzündung ist Kälte ein geeignetes Mittel. Das Kühlen sollte aber nicht übertrieben werden.

4. Wärmen

Es klingt in Bezug auf den vorigen Punkt wie ein Widerspruch. Jedoch kann ein Abwechseln zwischen Wärme und Kälte sehr effektiv sein, da so nicht nur die Schwellung zurückgeht, sondern durch die Wärme die Durchblutung gefördert wird und die körpereigene Regeneration unterstützt wird. Außerdem werden durch die Wärme Stoffwechselabbauprodukte schneller abtransportiert.

5. Die Plantarfaszie lösen

Die Wenigsten haben die Plantarfaszie im Blick. Diese kann jedoch ebenso wie auch die Wadenmuskulatur an der Achillessehne ziehen. Um dieses Problem zu lösen, reicht es, mit dem Mittelfuß über eine Blackroll-Kugel zu rollen. Dabei wird der ganze Fuß zwischen Ferse und Vorfuß behandelt. An besonders schmerzhaften Druckstellen ist es sinnvoll, etwas länger zu verweilen und langsam den Druck zu steigern. Nach und nach sollte sich der Schmerz lösen. Um sicherzustellen, dass das Problem nicht wieder auftaucht, sollte die Übung täglich drei bis fünf Minuten lang ausgeführt werden. Anstelle einer Blackroll-Kugel ist auch ein harter Tennisball eine Alternative.

6. Kompressionssocken

Kompressionssocken stärken die Muskelstruktur und verhindern eine stärkere Muskelvibration. Dadurch können Schmerzen abgemildert werden und weiteren Verletzungsrisiken entgegengewirkt werden.

7. Neue Laufschuhe

Eine Achillessehnenreizung entsteht häufig durch starke Stoßbewegungen, Druck auf die Sehne oder zu hohe Muskelvibration. Geeignete Laufschuhe können hier Abhilfe schaffen und die genannten Effekte verringern. Besonders die stärker gedämpften Laufschuhe sind hier zu nennen. Die ausgeprägte Dämpfung kann besonders viel Aufprallenergie abfedern, wodurch sonst eine Achillessehnenreizung entstehen könnte. Es gibt auch Laufschuhe mit einer besonderen Konstruktion des Fersenbereiches, so dass die Achillessehne geschont wird.