Laufen mit oder ohne Musik?

Die Pros und Cons

Mit oder ohne? Das ist eine Frage, die sich viele Läuferinnen und Läufer vermehrt stellen. Über die Frage, ob man beim Laufen Musik über Kopfhörer hört, wird ordentlich diskutiert. Die einen können sich ohne den richtigen Song nicht wirklich pushen. Auf der anderen Seite stehen eher die puristisch angehauchten Läuferinnen und Läufer, die den Kontakt zu ihrer Umgebung und dem Laufen nicht verlieren wollen. Du bist noch unsicher, was für dich am besten ist oder willst die andere Seite einfach besser verstehen? Dann haben wir hier für dich die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst.

 

Was spricht für Musik?

Die Symbiose aus Klang und Bewegung

Laufen ist unter normalen Bedingungen eine dauerhafte Aneinanderreihung sich wiederholender Bewegungsabläufe. Das kann unter Umständen und je nach Typ schnell mal zu Langeweile bzw. Monotonie führen. Genau hier kann Musik helfen. Indem du deinen Lauf an die Musik anpasst, hast du die Möglichkeit, dich weiter zu pushen und dich von der Ermüdung abzulenken. Den Flow, der durch das Zusammenspiel aus Laufbewegung, Musik und Endorphinen erreichbar ist, solltest du nicht unterschätzen.

Motivation schon vor dem Lauf

Die motivierende Wirkung von Musik kann dir nicht nur während des Laufs helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden. Du willst heute eine besonders gute Zeit hinlegen oder eine neue Distanz meistern? Wie wäre es dann mit Musik beim Stretching oder Anziehen zu Hause? Nimm ein Lied, das dich so richtig pusht und fühle dich wie die Superheldin oder der Superheld deines eigenen Films kurz vor dem großen Showdown.

Musik auch nach dem Laufen?

Neben der Motivation und dem Flow kann dir Musik auch noch eine schnellere Regeneration ermöglichen. Wissenschaftliche Studien konnten einen Zusammenhang zwischen entspannender Musik und der Regenerationsfähigkeit des Körpers feststellen. So kannst du beispielsweise deinen Ruhepuls schneller durch entspannte Töne erreichen.

Was spricht gegen Musik?

Ohren auf im Straßenverkehr

Das wahrscheinlich offensichtlichste, aber auch wichtigste Gegenargument gegen Kopfhörer und Musik beim Laufen ist die verminderte Sicherheit im Straßenverkehr. Wenn du dich von der Musik ablenken lässt und heranfahrende Fahrzeuge schlechter hörst, ist das ein Sicherheitsrisiko. Deswegen solltest du nur mit Kopfhörern laufen, wenn du abseits des Straßenverkehrs unterwegs bist. Alternativ sind auch Open-Ear-Kopfhörer möglich, durch die du Musik und Umgebungsgeräusche gleichermaßen wahrnehmen kannst.

Musik vs. Natur

Weiter oben im Text ging es um Musik und die Möglichkeit, mit Musik gegen die Langeweile und Ermüdung anzukämpfen. Die Entschleunigung während des Laufens kann aber auch eine für den Körper nützliche Ablenkung vom Alltagsstress sein. Gerade wenn du es schaffst, aus der Stadt rauszukommen und die Gerüche und Geräusche der Natur während des Laufens auf dich wirken lässt, kann dies eine sehr beruhigende Wirkung haben.

Die falsche Gewöhnung

Ein letztes, aber gewichtiges Argument gegen Laufen mit Musik sind Wettkämpfe: Denn nicht bei jedem Wettkampf ist Musik bzw. Kopfhörer erlaubt. Solltest du an Wettkämpfen teilnehmen, solltest du in jedem Fall auch ab und zu ohne Musik laufen, damit du dich nicht zu sehr an sie gewöhnst.

Wenn schon, denn schon: Die richtige Musik

Bei dieser Diskussion gibt es also kein Richtig oder Falsch. Beide Seiten haben ihre Argumente und am Ende ist es eine individuelle Entscheidung. Wenn du dich aber für Musik beim Laufen entscheidest, dann solltest du auch die richtige wählen. Kurze Entwarnung: Damit ist nicht der Stil gemeint!

Das ideale Tempo

Am wichtigsten ist das Tempo der Musik. Häufig passen wir unsere Schrittfrequenz, ohne es zu merken, der Geschwindigkeit unserer Musik an. Somit steht das Tempo der Musik in direkter Verbindung mit dem Tempo deines Laufs. Deswegen solltest du die BPM (beats per minute) der Lieder an deine favorisierte Schrittfrequenz anpassen. Deine Schrittfrequenz kannst du mit Fitness-Tracker-Apps oder Schrittzählern ermitteln. Die BPM eines Liedes kannst du ganz einfach googeln. Für langsamere Läufe empfehlen wir Musik zwischen 130 und 145 BPM. Bei schnellen Läufen 160 bis 170 BPM.

Wenn du sehr langsame Genres wie beispielsweise Trap bevorzugst, ist das auch kein Problem. Du kannst einfach doppelt so viele Schritte wie Anschläge machen, was wahrscheinlich ohnehin automatisch passiert.

Hauptsache, du hast Spaß!

Ob du nun Musik beim Laufen hörst oder nicht, ist dir überlassen. Wenn du im Team Musik bist, dann wähle Stile und Stücke, die dir gefallen, dich pushen und nicht zu sehr vom Tempo variieren. Streamingdienste wie Spotify haben übrigens extra Playlists für das Laufen mit speziellen BPM-Bereichen.
Wir wünschen viel Spaß beim nächsten Lauf!