Kaffee zum Laufen

Welchen Einfluss haben koffeinhaltige Getränke auf unseren Körper?

Kaffee – Aufstehhelfer und Retter vor der Müdigkeit. So kennt man der Deutschen Lieblingsgetränk im Normalfall. Wie passt er nun in den Läuferalltag? Koffein stand über 20 Jahre auf der internationalen Dopingliste des IOC. Richtig dosiert und zur rechten Zeit verabreicht, können mit dem im Kaffee enthaltenen Koffein die Ausdauer eines Sportlers enorm gesteigert und der Fettstoffwechsel forciert werden. Dazu verringert sich die Wahrnehmungsfähigkeit für Schmerzen. Kritische Meinungen halten dem entgegen, dass Kaffee den Körper stärker entwässert.

 

Die Wirkung von Koffein

Für den Großteil aller Erwachsenen beginnt der Tag mit einem Kaffee. Und bei den meisten bleibt es dabei nicht bei einer Tasse pro Tag. Mit 2,6 Tassen pro Tag pro Person ist der Kaffeeverbrauch der Deutschen relativ hoch. Warum dies so ist, liegt auf der Hand: Kaffee steigert unsere Konzentrationsfähigkeit, darüber hinaus schmeckt er auch noch gut. Unter Läufern und anderen Sportlern wird dennoch diskutiert, ob Kaffeekonsum nun positiv oder negativ für unseren Körper ist.

Das im Kaffee enthaltene Koffein sorgt für die höhere Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Koffein ist dem körpereigenen Botenstoff Adenosin in seiner chemischen Struktur sehr ähnlich. Dadurch kann es an den gleichen Rezeptoren der Nervenbahnen unseres Gehirns andocken. Adenosin soll Nervenzellen im Gehirn vor Überbelastung schützen und hat dabei den Effekt einer negativen Rückkopplung: Je aktiver die Nervenzellen in einem Gehirnareal arbeiten, desto mehr Adenosin dockt an ihren Rezeptoren an. Koffein kann diesen Effekt unterdrücken, indem es die Rezeptorenplätze an den Nervenbahnen besetzt und somit für das Adenosin blockiert. Für Läufer bedeutet das: Wir sind länger leistungsfähig.

Es gibt aber noch andere Nebeneffekte, welche das Koffein auf unseren Körper hat. Die Bronchien werden erweitert und die Peristaltik wird angeregt. Des Weiteren steigen mit erhöhtem Koffeingehalt im Blut Herzfrequenz und Kontraktionskraft des Herzens an, wodurch sich auch der Blutdruck erhöht. Besonders Menschen mit bereits hohem Blutdruck oder auch Herzbeschwerden sollten Koffeinkonsum daher mit ihrem Arzt im Voraus besprechen.

Der Morgenkaffee als Fatburner

Neben der gesteigerten Leistungsfähigkeit hat Kaffee für Sportler noch einen anderen positiven Effekt: Er regt den Fettstoffwechsel an und hilft so bei einer Gewichtsabnahme. Natürlich reicht es dabei nicht aus, nur Kaffee zu trinken.

Die wirksamste Methode, sich diesen Effekt zu Nutze zu machen ist es, den Kaffee nach dem Aufstehen schwarz auf nüchternen Magen zu sich zu nehmen. 15 bis 30 Minuten sollte man nun bis zum Morgenlauf warten. In dieser Zeit entwickelt das Koffein im Magen seine Fähigkeit zur katabolen Fettverdauung, das heißt Körperfette werden als Energielieferanten bereitgestellt. Beim Schlafen hat der Körper die Zuckerreserven zur Energieproduktion angezapft und verbraucht. Daher muss er nun auf seine Langzeitenergiespeicher, die Fettreserven, zurückgreifen und seinen Stoffwechsel dafür umstellen. Das Koffein im Kaffee hilft dem Körper bei diesem Prozess. Alternativ zu Kaffee reicht dazu auch ein kräftiger Schwarztee. Bei beiden Getränken wirkt das Koffein allerdings diuretisch, weshalb man kurz vor dem Lauf noch einmal schnell auf die eigene Toilette gehen sollte, bevor es einen plötzlich in die Büsche zieht.

Kaffee in der Flüssigkeitsbilanz

Wie gerade erwähnt, regt das Koffein die Peristaltik an, wodurch es dem Körper Wasser entzieht – so ist häufig unser Wissensstand. Aber Vorsicht: Trotz dieses Effektes darf Kaffee als Flüssigkeitsquelle in der Tagesbilanz mit gewertet werden. Der Flüssigkeitsverlust nach Kaffeekonsum ist meistens einmalig, da unser Körper darauf mit Kompensationsmechanismen reagiert und unter anderem das antidiuretische Hormon Plasmavasopressin stärker bildet. Als Flüssigkeitszufuhr nach dem Laufen sollte man trotzdem nicht zu Kaffee greifen, da eine zu große Menge an Koffein auch belastend auf unseren Körper wirken kann. Daher sollte mit dem Kaffeekonsum nicht übertrieben werden, denn: Die Dosis macht das Gift.

Fazit – Kaffee als legales „Dopingmittel“

Kaffee, respektive Koffein, kann, speziell bei langanhaltender Belastung, die Leistungsfähigkeit des Körpers erhöhen und verlängern. Koffeinhaltige Alternativen zum Kaffee sind schwarzer Tee oder auch Energydrinks. Während eines Wettkampfes bieten sich aufgrund der leichteren Aufnahme besonders Energie-Gels an. Wer also seine Laufleistung temporär steigern oder aber seine Fettverbrennung anregen möchte, findet im Kaffee einen guten und schmackhaften Unterstützer, jedoch nur wohl dosiert.


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